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Seelisberg
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Contents
âą Geographie
âą Geschichte
⹠Bevölkerung
âą Sprachen
âą Altersstruktur
âą Politik
âą Wirtschaft
âą Verkehr
âą Tourismus
âą Geschichten
âą Bilder
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Geographie
Seelisberg liegt am östlichen Hang eines Bergs, dessen höchster Punkt die Brandegg (1108 m ĂŒ. M.) ist. Das Dorf liegt etwa 400 m oberhalb des VierwaldstĂ€ttersees und ist die nördlichste Gemeinde des Kantons Uri. Es besteht aus den Teilen Sunnenberg, Oberdorf und Unterberg. Der tiefste Punkt der Gemeinde liegt auf 434 m ĂŒ. M. am Ufer des VierwaldstĂ€ttersees, der mit 2117 m ĂŒ. M. höchste Punkt befindet sich am Oberbauenstock.
Zu Seelisberg gehören auch die am VierwaldstĂ€ttersee gelegene Schiffsanlegestelle Treib (436 m ĂŒ. M.), die Weiler Volligen (508 m ĂŒ. M.) ebenfalls am See, Schattenhalb am Nordhang des Zingelbergs (beide nordwestlich des Dorfs), Beroldingen (864 m ĂŒ. M.) und Wyssig (761 m ĂŒ. M.) sĂŒdlich des Dorfs und Geissweg (793 m ĂŒ. M.; sĂŒdwestlich des Dorfs an der Strasse nach Emmetten). Bekanntester Ortsteil der Gemeinde ist sicherlich das RĂŒtli, wo gemĂ€ss mythischer Ăberlieferung die GrĂŒndung der Schweiz stattfand. Das RĂŒtli ist eine Wiese am Ufer des VierwaldstĂ€ttersees mit einem Restaurant, keine eigentliche Siedlung.
Nur 53 ha oder 4,0 % der Gemeinde sind SiedlungsflÀche. Davon sind 26 ha GebÀudeareal sowie 17 ha VerkehrsflÀche. Umfangreicher ist die LandwirtschaftsflÀche mit 454 ha oder einem Anteil von 34,3 %. Darunter befinden sich grössere Alpgebiete. Diese bedecken eine FlÀche von 132 ha. Dagegen sind 313 ha Wies- und Ackerland. Ausserdem sind 645 ha oder 48,7 % von Wald und Gehölz bedeckt. Unproduktives Gebiet umfasst den Rest des Gemeindegebiets, genauer 173 ha oder 13,1 %. Es handelt sich fast ausschliesslich um vegetationslose FlÀchen (Hochgebirge) oder Gebiete mit unproduktiver Vegetation (hochalpine Vegetation).
Seelisberg grenzt im Westen an die Nidwaldner Gemeinde Emmetten, im Norden und Osten an den VierwaldstĂ€ttersee und im SĂŒden an Isenthal und Seedorf. Im VierwaldstĂ€ttersee findet sich ein Dreikantonseck (Nidwalden, Schwyz, Uri) (vierwaldst-ttersee-dreikantonseck-nw-sz-ur46.990128.57102).
Geschichte
Bereits 853 gehörte die Siedlung zu Uri und zur Pfarrei Altdorf. Der Name Sewelisberg ist erstmals 1316 bezeugt. Das FraumĂŒnster ZĂŒrich hatte Grundbesitz in Seelisberg und auch das Zehntrecht, bis das Dorf es 1418 auskaufte. Das Schlösschen Beroldingen war der Stammsitz der einflussreichen Familie von Beroldingen. Im Haus zur Treib (erstmals erwĂ€hnt 1482) fanden im 17. und im 18. Jahrhundert Tagsatzungen statt.
Seit dem 17. Jahrhundert zog die Wallfahrtskapelle Maria Sonnenberg (Neubau 1666) zahlreiche Pilger an. Zwischen 1853 und 1874 wurde Seelisberg als Kurort weltbekannt; das Grand Hotel Sonnenberg genoss höchstes Ansehen.
Ab 1854 legten in Treib Dampfschiffe an. Die Strasse TreibâSeelisbergâEmmetten wurde 1870â1872 erbaut, die Treib-Seelisberg-Bahn 1914â1916. Seit 1980 besteht der Seelisbergtunnel der Gotthardautobahn.cite-ref-6[6]
Bevölkerung
Zwischen 1850 und 1860 kam es zu einem kleineren BevölkerungsrĂŒckgang. Danach wuchs die Einwohnerschaft bis 1880 auf den Rekordstand von 717 Personen an (1860â1880: +18,3 %). Nach einem Auf und Ab in den nĂ€chsten Jahrzehnten lag die Zahl der Bewohner im Jahr 1920 auf gleicher Höhe wie 1880 und 1888. Danach sank die Einwohnerzahl â nur unterbrochen von einem kurzfristigen Wachstum in den 1930er-Jahren â bis 1980 unablĂ€ssig und massiv (1920â1980: â24,9 %). Die 533 Einwohner im Jahr 1980 waren der absolute Tiefpunkt. Seither steigt die Zahl der Bewohner wieder an (1980â2005: +13,9 %). Die GrĂŒnde fĂŒr die massive Abwanderung zwischen 1920 und 1980 lag in der abgeschiedenen Lage. Seit die Gemeinde auf der Strasse (per Autobahn und Postauto) besser erreichbar ist, wandern wieder Leute wegen Seelisbergs schöner Lage zu.
| Bevölkerungsentwicklung | Bevölkerungsentwicklung | Bevölkerungsentwicklung | Bevölkerungsentwicklung | Bevölkerungsentwicklung |
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | | Jahr | Einwohner |
| 1850 | 649 | | 1960 | 560 |
| 1860 | 606 | | 1980 | 533 |
| 1880 | 717 | | 1990 | 569 |
| 1888 | 713 | | 2000 | 592 |
| 1900 | 635 | | 2005 | 607 |
| 1920 | 710 | | 2010 | 662 |
| 1941 | 681 | | 2011 | 685 |
Sprachen
Die Bevölkerung spricht eine hochalemannische Mundart. Fast die gesamte Einwohnerschaft spricht als tÀgliche Umgangssprache Deutsch. Bei der letzten VolkszÀhlung im Jahr 2000 gaben 97,13 % Deutsch, 0,84 % Französisch und 0,51 % Englisch als Hauptsprache an.
Religionen â Konfessionen
Die Bevölkerung war frĂŒher vollumfĂ€nglich Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Die KonfessionsverhĂ€ltnisse im Jahr 2000 lassen immer noch die ursprĂŒngliche Struktur erkennen. 475 Personen waren katholisch (80,24 %). Daneben gab es 4,73 % evangelisch-reformierte Christen und 9,97 % Konfessionslose. 25 Personen (4,22 %) machten keine Angaben zu ihrem Glaubensbekenntnis.
Herkunft â NationalitĂ€t
Von den Ende 2005 607 Bewohnern waren 561 (92,42 %) Schweizer Staatsangehörige. Die Zugewanderten stammen mehrheitlich aus Deutschland, Italien und Mazedonien. Bei der VolkszĂ€hlung 2000 waren 555 Personen (93,75 %) Schweizer BĂŒrger; davon besassen acht Personen eine zweite StaatsbĂŒrgerschaft.
Altersstruktur
Die Gemeinde zĂ€hlt einen hohen Anteil an Ă€lteren Erwachsenen (45â59 Jahre; 23,48 %). Der Anteil der Personen unter zwanzig Jahren von 24,83 % der Ortsbevölkerung liegt leicht ĂŒber dem Anteil der Personen im Seniorenalter (60 Jahre und Ă€lter; 22,47 %). Auffallend ist die geringe Anzahl der Bewohner zwischen 20 und 29 Jahren.
Bei der letzten VolkszÀhlung im Jahr 2000 ergab sich folgende Altersstruktur:
| Alter | 0â6 Jahre | 7â15 Jahre | 16â19 Jahre | 20â29 Jahre | 30â44 Jahre | 45â59 Jahre | 60â79 Jahre | 80 Jahre und mehr |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Anzahl | 32 | 82 | 33 | 49 | 124 | 139 | 107 | 26 |
| Anteil | 5,41 % | 13,85 % | 5,57 % | 8,28 % | 20,95 % | 23,48 % | 18,07 % | 4,39 % |
Politik
Legislative
Das gesetzgebende Organ der Gemeinde Seelisberg ist die offene Dorfgemeindeversammlung, die jeweils im Mai und im Dezember stattfindet.
Exekutive
Der fĂŒnfköpfige Gemeinderat bildet die Exekutive. Er ist nebenamtlich tĂ€tig. GemeindeprĂ€sidentin ist seit dem 1. Januar 2024 die parteilose Sonja Truttmann (Stand 2025).
Wirtschaft
Im Jahr 2005 gab es 31 Landwirtschaftsbetriebe, die 72 Arbeitsstellen anboten. Industrie und Gewerbe beschÀftigten in 7 ArbeitsstÀtten 18, der Dienstleistungsbereich in 29 Betrieben 151 Personen (BeschÀftigung auf Vollzeitstellen umgerechnet). Die VolkszÀhlung 2000 ergab 37 Landwirtschafts- und Forstbetriebe mit 93 BeschÀftigten. Die BetriebszÀhlung 2001 kam auf 6 Industrie- und Gewerbebetriebe mit 19 und 32 Dienstleistungsunternehmen mit 144 BeschÀftigten. Von den im Jahr 2000 309 erwerbstÀtigen Personen Seelisbergs arbeiteten 153 (49,51 %) in der eigenen Gemeinde. Insgesamt bot der Ort 181 Menschen Arbeit an, von denen 153 (84,53 %) Einheimische waren.
Die 156 Wegpendler verrichten ihre Arbeit grösstenteils in Gemeinden des Kantons Nidwalden. Diese Besonderheit ist mit den Strassenverbindungen zu erklĂ€ren. Darunter arbeiteten 34 Personen in Stans, 18 in Emmetten, je 12 in Beckenried und Buochs und 8 in EnnetbĂŒrgen. In der Stadt Luzern waren 21 Personen, in den Schwyzer Gemeinden Ingenbohl 6 und Schwyz 5 und im Urner Kantonshauptort 9 Menschen beschĂ€ftigt. Es gab nur 28 Zupendler. Diese kamen hauptsĂ€chlich aus Emmetten (10 Personen) und Beckenried (4).
Verkehr
Seelisberg ist ganzjĂ€hrig von Luzern mit dem Auto ĂŒber die A2, Ausfahrt Beckenried SĂŒd via Emmetten in 30 Minuten zu erreichen â zum ĂŒbrigen Kantonsteil hat die Gemeinde keine direkte Strassenverbindung. Von Treib am VierwaldstĂ€ttersee fĂŒhrt die Treib-Seelisberg-Bahn, eine Standseilbahn in den Ort. Von Nidwalden her ist Seelisberg auch mit dem Postauto erreichbar (ungefĂ€hr 45 Minuten Fahrzeit von Stans).
Tourismus
In einem grösseren Bergsee, dem Seelisbergsee, kann im Sommer gebadet werden; ein Campingplatz (nur Zelte) liegt unmittelbar beim Seeli. Das RĂŒtli ist der Startpunkt des Wegs der Schweiz. Der landschaftlich gestaltete Wanderweg, der vom RĂŒtli via Seelisberg, Bauen, FlĂŒelen und Sisikon nach Brunnen fĂŒhrt, war ein Geschenk der Kantone an die Bevölkerung der Schweiz zum 700-jĂ€hrigen JubilĂ€um der Eidgenossenschaft. Die Route bietet weite Ausblicke, fĂŒhrt vom RĂŒtli den Berg hoch, beim Schlösschen Beroldingen vorbei und spĂ€ter am Urnersee entlang durch WĂ€lder, ĂŒber Wiesen. Gut ausgebaute PicknickplĂ€tze mit BĂ€nken und Brunnen stehen zur VerfĂŒgung.
Geschichten
âą Unterhalb von Seelisberg liegt das RĂŒtli, der Sage nach die GeburtsstĂ€tte der Schweizerischen Eidgenossenschaft.
âą Der Elbst ist ein Wassergeist, der in einem Bergsee bei Seelisberg hausen soll.
SehenswĂŒrdigkeiten
Siehe auch
:
Liste der KulturgĂŒter in Seelisberg
Bilder
Persönlichkeiten
âą Alfons Lutz (* 25. Juli 1903 in Seelisberg; â 9. Juni 1985 in Basel), Apotheker und Pharmaziehistoriker
Literatur
âą Helmi Gasser: Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Uri, Band 2: Die Seegemeinden. Hrsg. von der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1986 (KunstdenkmĂ€ler der Schweiz Band 78). ISBN 3-7643-1811-2. S. 359â464.
âą Hans Stadler: Seelisberg. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Weblinks
Commons
: Seelisberg
â Sammlung von Bildern
âą Offizielle Website der Gemeinde Seelisberg
âą Nr. 61.048 Treib â Seelisberg. In: Schweizer Seilbahninventar. Bundesamt fĂŒr Kultur, 2011; abgerufen am 1. Januar 2023.
âą Gollorgel der Pfarrkirche St. Michael Seelisberg
Einzelnachweise
cite-note-11. Geographische Kennzahlen â Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-22. Geographische Kennzahlen â Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-33. Bilanz der stĂ€ndigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991â2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
cite-note-44. StÀndige und nichtstÀndige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei spÀteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
cite-note-55. pxweb.bfs.admin.ch (Memento des Originals vom 28. Dezember 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.pxweb.bfs.admin.ch
cite-note-66. â Hans Stadler: Seelisberg. In: Historisches Lexikon der Schweiz.